Fünf Jahre Neue Mitte Tiefenbach
Vor fünf Jahren zog die ehemalige Praxis von Peter M. Otto in die Neue Mitte Tiefenbach. Seither hat sich viel entwickelt.
5 Jahre klingen für mich eigentlich nur wie ein Zehntel meines Lebens (was sie auch sind), aber sie waren mit eine der intensivsten Phasen überhaupt für mich. Als ich 2019 in die Praxis meines Vorgängers Peter M. Otto als Ärztin in Weiterbildung eintrat, gab es bereits Überlegungen, dass ich die Praxis von ihm übernehmen werde. Damals war es der Tiefenbacher Teil der überörtlichen Gemeinschaftspraxis mit seiner Frau, Heidi Bauer in Kumhausen. Es gab viele Konzepte, aber im Endeffekt wurde es ein Umzug in die neuen Räume der Ortsmitte mitten im ersten Jahr der Pandemie, um dann zum 1.7.21 das Konzept der überörtlichen Gemeinschaftpraxis aufzulösen und in die Einzelpraxis Claudia Franke überzuführen. Peter Otto arbeitete dann noch bis Ende des Jahres als angestellter Arzt.
Im Jahr 2022 kam im Oktober Sigrid Galler-Weber als Praxispartnerin und Kollegin mit dazu und erweiterte das Praxisspektrum um ihr Spezialgebiet Geriatrie und massive medizinische Fachkenntnis aus ihrer langen Tätigkeit als Oberärztin.
Auch die neue Mitte entwickelte sich, denn während im Mai 2021 noch keinerlei Parkplätze und Gehwege, sondern ein Brett (für Rollatoren waren es dann 2 Bretter) durch den Bauschutt den Weg zur Praxis ermöglichte, wurde es mit Eröffnung der Apotheke und der Zahnarztpraxis schnell eine repräsentative Situation. Als dann noch das "La Vie" und das Café mit dazu kamen, waren wir endlich in einem Umfeld mit unseren Nachbarn im 2. und 3. Stockwerk angekommen, wo das Leben auf der Baustelle sich in "Wow, das ist ja echt schön" umwandelte.
Die Hausarztpraxis in Tiefenbach steht heute für eine Medizin, die sich an alle Altersklassen und Kassen richtet. Wir haben zunächst neben den hausärztlichen Standards in Akut- und Chronikermedizin den geriatrischen Schwerpunkt neben der psychosomatischen Grundversorgung und Palliativmedizin ausgebaut. Seit 2 Jahren werden aber auch die Kleinsten der Kleinen mitbehandelt, weil wir nicht mehr nur die Akutfälle aus der Kinderheilkunde machen, sondern auch die Vorsorgeuntersuchungen ab der U3 im Alter weniger Wochen bis ins Jugendalter zur J2 mit 16 Jahren durchführen. Unser Team wird außerdem nicht müde, die "mittlere" Generation an die Vorsorgen ab dem 35. Lebensjahr zu erinnern - und insbesondere im Rahmen der Hausarztzentrierten Versorgung (HzV) mit allen verfügbaren Direktverträgen in Bayern können wir hier ein sehr umfangreiches Spektrum alle 2 Jahre anbieten. Für Ältere ist mittlerweile das geriatrische Basisassessment ab 70 Jahren ein Standard, über das viele schmunzeln, aber bereitwillig mitmachen und bei Auffälligkeiten unserer Beratung offen gegenüberstehen. Unsere HeimbewohnerInnen und häuslich Gepflegten betreuen wir mit Hingabe mit der Hilfe unserer beiden VERAHs (Versorgungsassistentinnen). Wir legen großen Wert auf Entwicklung und Fortbildung im Team und können stolz vermelden, dass wir am Bayerischen Hausärztetag vor 2 Wochen in Regensburg mit der gesamten Belegschaft anrückten, um die Neuigkeiten in unserem Fachbereich zu erlernen. Regelmäßig haben wir Studierende aus ganz Bayern, aber insbesondere von der Universität Regensburg als offizielle Lehrpraxis in unserem Betrieb. Für die LMU München führen wir Seminare im Fach Allgemeinmedizin durch. Seit 2025 haben wir die volle Weiterbildungsermächtigung über 24 Monate für künftige Fachärztinnen für Allgemeinmedizin.
Wir setzen uns für Gesundheitspolitik im hausärztlichen Bereich ein, um die angespannte medizinische Versorgungslage so gut wie möglich einfangen zu können. Vor allem die Hausarztzentrierte Versorgung (HzV), für die wir alle Direktverträge mit den Kassen besitzen, liegt uns hier sehr als Konzept für eine sinnvolle Primärarztversorgung am Herzen.
Unsere Praxis hat sich in diesen Jahren an die neuen technischen Erfordernisse angepasst. Wir lernten mit der elektronischen Krankschreibung und dem e-Rezept umzugehen, genauso wie wir unser Team durch eine KI-gesteuerte Telefonanlage entlasten konnten. Unsere Videosprechstunde hat sich über die letzten Jahre ebenso als Standard etabliert wie die Programme für chronisch kranke Patienten und unser Vorsorge-Recall-System. Wir stehen für verkürzte Wartezeiten in unserer Praxis, aber bei dringendem Bedarf auch bei unseren fachärztlichen PartnerInnen durch kurze Wege, Zielüberweisungen und evidenzbasierte Medizin.
Um Ihre wichtigste Frage als NeupatientIn zu beantworten: Ja, wir nehmen neue PatientInnen auf. Im Erstgespräch stellen wir Ihnen gerne unser Konzept einer hausärztlichen Betreuung vor und dann sehen wir, ob das Ihren Vorstellungen entspricht oder eben nicht. Meistens finden wir einen Kompromiss zwischen Wunschkonzert und einer vernünftigen und fachkundigen hausärztlichen Betreuung. Wir stehen für einen regelmäßigen Kontakt und gemeinsames Erarbeiten von Behandlungsstrategien. "Brieffreundschaft" im Sinne von reiner Rezeptausstellung ohne Hinterfragen von Indikationen liegt uns eher nicht. PatientInnen mit dem Wunsch nach einem Blick über den Tellerrand hinaus bei durch die Kasse nicht getragenen Kosten finden bei uns vernünftige Beratung und Möglichkeiten, erweiterte Leistungen zu bekommen.
Viel auf dem Teller? Ja, absolut. Aber das macht das wirklich spannende Spektrum einer Hausärztin aus und so verstehen wir unsere Arbeit. Seien Sie ebenso neugierig auf unsere Weiterentwicklung in den nächsten 5 Jahren - denn wir sind noch lang nicht am Ende. Bis jetzt (um in der Sprache des Leistungsturnens zu sprechen) war es die Pflicht - ab sofort kommt die Kür. Wir freuen uns auf weitere qualitativ hochwertige Entwicklungen in der Hausarztmedizin mit Ihnen.
Ihr Team der Hausärztinnen in Tiefenbach bei Landshut